„Wehr DICH, aber richtig!“ -
Kurse für Gewaltprävention und Selbstbehauptung
Das Projekt „Wehr DICH, aber richtig!“ ist eine Kooperation der Prävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe, des Zentrums für Einsatztraining des Polizeipräsidiums Karlsruhe, des Karateverbands Baden-Württemberg e.V. und des Badischen-Judo-Verbands e.V.
Jeder einzelne Fall von Gewalt erschüttert, macht Angst, erzeugt Hilflosigkeit und Verunsicherung. Deshalb stellt sich nicht nur der besorgte Bürger immer öfter die Frage, ob er sich vor Gewalt schützen oder sich zumindest wirksam gegen Gewalt wehren kann.
Fachleute sind sich sicher, dass gestärktes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen helfen, sich vor gewaltsamen Übergriffen erfolgreich zu schützen. Und individuelle Handlungssicherheit hilft, sich mit Erfolg wehren zu können. Gerade die Anwendung von erlernten Selbstbehauptungs- und Konfliktlösungsstrategien, aber auch das frühzeitige Erkennen und Vermeiden bedrohlicher Situationen sowie das Entwickeln geeigneter Handlungsstrategien können zu einer effizienten Gegenwehr und einem wirksamen Selbstschutz maßgeblich beitragen.
Zahlreiche Einrichtungen, Initiativen und Private bieten Kurse zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung an. Allerdings fällt es zusehends schwerer, sich im „Dschungel“ der Angebote zurechtzufinden. Dabei wirken bei Weitem nicht alle Angebote seriös. Nur einigen davon ist schon beim oberflächlichen Betrachten die Ungeeignetheit und Wirkungslosigkeit anzusehen. Einheitliche Prüfkriterien gibt es zwar nicht, dennoch können aber bestimmte Hilfskriterien herangezogen werden:
Seriöse Angebote
· werben nicht mit der Angst
· geben keine Erfolgsgarantien
· vermitteln nicht den Eindruck, es könne einem ab sofort nichts mehr passieren
· vermitteln nicht den Eindruck, man könne Selbstverteidigungstechniken in wenigen Stunden erlernen
· beschränken die Gruppengröße
· gehen gezielt auf örtliche Gegebenheiten ein
· haben eine Preisgestaltung, die allen Interessierten die Teilnahme ermöglicht.
Mit den Kursen der Reihe „Wehr DICH, aber richtig!“ geht das Polizeipräsidium Karlsruhe seit Mitte des Jahres 2008 völlig neue Wege.
Dabei spielt neben den o.a. Gründen eine wesentliche Rolle, dass der Bedarf an derartigen Kursen durch die Polizei selbst langfristig nicht mehr gedeckt werden kann. Hinzu kommt, dass neben den Selbstbehauptungskursen für Mädchen ab 15 Jahren und Frauen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, die bisher durch die Polizei angeboten wurden, zwischenzeitlich deutlich mehr Kurse angefragt werden. Und zwar nicht nur zum Thema „sexualisierte Gewalt“, sondern auch zur allgemeinen Gewaltprävention und nicht nur für die bisherige Zielgruppe, sondern auch für Kinder, für Jungen und Mädchen, für Erwachsene aus bestimmten Berufsgruppen mit schwierigem „Klientel“ und für Senioren.
Die speziell ausgebildeten Gewaltschutztrainer mit jahrelanger Erfahrung in der Jugend- und Vereinsarbeit der Selbstverteidigung arbeiten nach den Qualitätsstandards der Karlsruher Polizei.
Dazu gehören auch eine regelmäßige Fortbildung durch die Polizei und stichprobenartige Überprüfungen während der laufenden Kurse. Durch die enge Kooperation mit der Polizei ist gewährleistet, dass von den Gewaltschutztrainern ein realitätsnahes Bild von der Kriminalitätslage, den Gefahren für potentielle Opfer und dem Täterverhalten aufgezeigt wird.
In den Kursen werden den Teilnehmern Rechtskenntnisse vermittelt und Verhaltensmuster vorgestellt. Zusätzlich werden Handlungsstrategien erarbeitet. Dabei kommen verschiedene Techniken und Methoden wie zum Beispiel Wahrnehmungsübungen, Rollenspiele und Training des Gesprächsverhaltens zum Einsatz.
Folgende Kurse werden angeboten:
· Gewaltprävention und Selbstbehauptung für Kinder ab 6 Jahren
· Gewaltprävention und Selbstbehauptung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren
· Prävention sexualisierter Gewalt und Selbstbehauptung für Mädchen / Frauen ab 15 Jahren
· Gewaltprävention und Selbstbehauptung für Senioren
· Gewaltprävention und Selbstbehauptung für Behinderte
(Diese Kurse eignen sich sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen, Schulklassen und Vereine.)
· Gewaltprävention und Selbstbehauptung für besondere Berufsgruppen wie z.B.:
o Pflegepersonal
o Fahrer im ÖPNV
- Mitarbeiter in Ämtern oder Betrieben mit Publikumsverkehr.
Für die Teilnahme an den Kursen wird eine geringe Teilnahmegebühr durch die Gewaltschutztrainer erhoben.
Weitere Informationen sowie die Erreichbarkeiten zur Buchung entsprechender Veranstaltungen können dem Projektfaltblatt entnommen werden.