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 „Sicheres Nightlife“


"Tolle Clubs, tolle Diskotheken, tolle Bars, tolles Nachtleben" - die Baden-Württembergische Kulturmetropole Karlsruhe erwacht nachts so richtig zum Leben und das Publikum weiß dies zu schätzen. Dass man in Karlsruhe leicht zum "Nachtschwärmer" werden kann, das ist nicht nur auf das für alle Altersgruppen attraktive und vielseitige Nightlife-Angebot zurückzuführen, sondern vor allem auf den Aspekt der Sicherheit. 


Nächtliche Polizeikontrolle vor einer Diskothek

Das persönliche Sicherheitsgefühl ist ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung  des Nachtprogramms einer Stadt. Stadtsoziologische Beobachtungen weisen darauf hin, wie eng sicheres Nachtleben und positives Stadtimage miteinander verknüpft sind. Wie man beides gemeinsam zu positiven Ergebnissen führen kann, zeigt das in Karlsruhe im Jahr 2004 gestartete und in Deutschland bisher einmalige Projekt "Sicheres Nightlife - für ein attraktives und Sicheres Nachtleben in Karlsruhe", das sich insbesondere gegen Gewalttäter richtet. Ein weiterer Aspekt gilt der Verhaltenssicherheit für Servicekräfte sowie einer Professionalisierung der Türsteher im Zusammenspiel mit den Polizeirevieren.  

In Institutionen übergreifender intensiver Zusammenarbeit des Polizeipräsidiums Karlsruhe, maßgeblich des Polizeireviers Karlsruhe-Marktplatz, der Stadt Karlsruhe, Polizeibehörde, der City Initiative-Karlsruhe (CIK) mit ihren Mitgliedern - Diskotheken, Clubs und Erlebnisgastronomie - sowie der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH ist es gelungen, ein konzeptionell wirkungsvolles Nightlife-Sicherheitspaket zu schnüren. Das von der Projektgruppe mit fachlicher Unterstützung eines Juristen entwickelte Konzept beinhaltet dabei vor allem "Richtlinien zur einheitlichen Festsetzung und Verwaltung von Hausverboten". Diese dienen in erster Linie dazu, die Sicherheit und Ordnung vor allem in den Nachtstunden zu gewährleisten, zukünftige Ausschreitungen unfriedlicher Personen zu verhindern bzw. zu reduzieren, Gewalttäter aus dem Bereich der Nachtgastronomie fernzuhalten und damit eine friedliche und attraktive Szene in den Mitgliedsbetrieben der Aktion zu gewährleisten. 

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Sicheres Nightlife" verpflichten sich laut Satzung "gewalttätige Personen bei Vorfällen aus ihren Betrieben zu verweisen (örtliches Verbot) und entsprechende Hausverbote aus anderen Mitgliedsbetrieben (überörtliche Hausverbote) anzuerkennen". Primärer Zweck des kollektiven Hausverbotes ist es, durch ein erhebliches Abschreckungspotential zukünftigen Gewalttaten - u. a. Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigungen, Sexualdelikten, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz - und erheblichen Störungen entgegen zu wirken. 

Insbesondere das im Profifußball seit einigen Jahren erfolgreich etablierte Stadionverbot für Randalierer stand Pate für das Konzept des Karlsruher Bündnisses. Wer als Täter in einem der Mitgliedsbetriebe auffällt -kontrolliert wird von den Türstehern bzw. vom Security-Service-Personal-, wird in einer von einem Anwalt geführten Datei erfasst und erhält Hausverbot in allen teilnehmenden Gastronomiebetrieben. Unverbesserlichen droht ein Strafverfahren.  

Mit dem Projekt "Sicheres Nightlife" setzt Karlsruhe und seine Nachtszene ein deutliches Zeichen, vor allem auch in präventiver Hinsicht: Konzessionäre und Beschäftigte im Servicebereich der Mitgliedsbetriebe werden in einem - vom Polizeirevier Karlsruhe-Marktplatz in Zusammenarbeit mit der Polizeibehörde entwickelten - Schulungsprogramm zu adäquatem Verhalten animiert und als aktive Partner in das Aktionsprogramm integriert. Die im Mai 2005 gestartete zweite Projektphase, eine Plakataktion, Informationsflyer, Aktions-T-Shirts für die Mitarbeiter der Nachtgastronomie  sowie Aufkleber für die Toiletten verkünden eine deutliche Botschaft: Wer gewalttätig wird, fliegt raus und bekommt wie im Fußball für eine doppelte Saison - zwei Jahre - die "Rote Karte"!  

Und das Projekt zeigt schon sichtbare Erfolge: In der einjährigen Testphase wurde gegen 110 Personen das kollektive Hausverbot ausgesprochen. Nur ein Einziger aus diesem Personenkreis trat während der „Testphase“ als Wiederholungstäter nochmals in Erscheinung.  

Der Erfolg der Aktion stößt bereits auf überregionale Resonanz. Verschiedene Städte sind an dem Projekt interessiert. Denn es überzeugt vor allem auch in seinem kollektiven Präventivansatz: Nur wenn sich Diskotheken- und Nachtgastronomie-Betreiber zu einem gemeinsamen, konsequenten Handeln gegenüber gewaltbereiten Akteuren entschließen, wenn sich Diskotheken, Clubs und Nachtgastronomie dem Publikum aktiv wahrnehmbar als sichere "Nightlife"-Orte präsentieren, können zukünftig Gewaltpotenziale gezielt vermindert und somit das "Nightlife"-Standortimage positiv gesteigert werden.